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      Nachhaltigkeit

    Beseitigung der modernen Sklaverei in den Lieferketten

    Drei Präventionsstrategien, die Unternehmen bei der Priorisierung nachhaltiger und ethischer Lieferketten berücksichtigen sollten.

    Soziale Verantwortung für Menschenhandel und moderne Sklaverei

    In der heutigen vernetzten Welt, in der Waren und Services mit beispielloser Geschwindigkeit über Grenzen hinweg fließen, ist das Konzept der Lieferketten wichtiger denn je.

    Allerdings hat dieses globale Produktions- und Vertriebsnetz auch seine Schattenseiten. Menschenhandel und moderne Sklaverei, entsetzliche Verstöße gegen grundlegende Menschenrechte, haben sich heimtückisch in die Lieferketten eingeschlichen und werfen einen düsteren Schatten auf die soziale Verantwortung der Unternehmenswelt.

    In einem Artikel von Fred Waelter, leitender Berater für nachhaltige Lieferketten bei BSI, wird der komplexe Zusammenhang zwischen Menschenhandel, moderner Sklaverei und dem Streben nach nachhaltigen Lieferketten analysiert und die dringende Notwendigkeit für Unternehmen aufgezeigt, diese abscheulichen Praktiken zu bekämpfen und auszurotten.

    Anfälligkeit von Lieferketten

    In einer Welt, die noch immer unter den Folgen einer globalen Pandemie leidet, wurden die Schwachstellen der Lieferketten ins Rampenlicht gerückt. Angesichts unerwarteter Herausforderungen mussten Unternehmen ihre komplexen Lieferketten genau unter die Lupe nehmen.

    Doch trotz erhöhter Aufmerksamkeit und Sensibilisierung bestehen die beunruhigenden Probleme des Menschenhandels und der modernen Sklaverei in diesen Systemen fort.

    Waelter schildert diese Realität schonungslos: Menschen werden wie Waren behandelt, zu Zwangsarbeit gezwungen, in kriminelle Unternehmen verwickelt und sogar für Sex und Organe ausgebeutet.

    Erschreckenderweise sind diese unmenschlichen Praktiken oft in Lieferketten verankert, die auf Wanderarbeitskräfte angewiesen sind, eine Gruppe, die unverhältnismäßig anfällig für Ausbeutung ist.

    Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs)

    Die Bekämpfung von Zwangsarbeit ist sowohl eine moralische Pflicht als auch eine strategische Notwendigkeit, die in den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs) hervorgehoben wird. Diese Ziele, insbesondere Ziel 5 zur Gleichstellung der Geschlechter und Ziel 8 zu menschenwürdiger Arbeit und Wirtschaftswachstum, unterstreichen die Bedeutung nachhaltiger Lieferketten auf globaler Unternehmensebene.

    Die Verpflichtung zu diesen Zielen bringt Unternehmen nicht nur in Einklang mit internationalen Standards ethischen Verhaltens, sondern steigert auch ihren Ruf und ihren Gesamterfolg.

    Die beunruhigende Realität ist, dass es selbst in Unternehmen, die einen guten Eindruck machen, weiterhin zu schwerwiegenden Verstößen kommt. Unternehmen aus aller Welt sind, ob sie es wissen oder nicht, in dieses dringende Problem verwickelt.

    Dies unterstreicht, wie wichtig es für Führungskräfte ist, proaktiv zu handeln, um Menschenhandel und moderne Sklaverei aus ihren Lieferketten zu verbannen. Um den Weg zu ebnen, stellen wir drei Präventionsstrategien vor, die Sie in Ihrem Unternehmen anwenden können:

    Wissen, wo man steht: Die Reise beginnt mit einem Blick nach innen. Unternehmen müssen sorgfältig darüber nachdenken, wo sie bei diesem Problem stehen. Versuchen sie nur, schlechte PR zu vermeiden, oder sind sie wirklich entschlossen, etwas zu verändern? Experten für Nachhaltigkeit können dabei helfen, den Stand des Unternehmens zu bewerten und Regeln aufzustellen, die sowohl für Mitarbeitende als auch für Lieferanten gelten, und die die lokalen Gesetze genau kennen.

    Bewusstsein schaffen durch Schulungen: Regeln aufzustellen ist wichtig, aber ihr Erfolg hängt davon ab, sie in die Praxis umzusetzen. Eine gute Schulung vermittelt dem Personal das Verständnis und die Tools, um Standards einzuhalten. Diese Vorgehensweise verhindert nicht nur die unbeabsichtigte Beteiligung am Menschenhandel, sondern schafft auch eine Kultur der Wachsamkeit.

    Kennen Sie Ihre Lieferkette: Ausgehend von dem, was sie wissen, sollten Unternehmen ihre Lieferkette gründlich überprüfen. Das bedeutet, dass sowohl Online-Recherchen als auch Besuche vor Ort durchgeführt werden müssen, um mögliche Probleme zu finden. Es ist wichtig, die Personen und Unternehmen, mit denen sie zusammenarbeiten, regelmäßig zu überprüfen, auch wenn sie schon lange zusammenarbeiten. Außerdem können sie Verträge mit realistischen Fristen abschließen, um den Stress für die Partner zu reduzieren, was dazu beitragen kann, illegale Handlungen aufgrund enger Produktionspläne zu verhindern.

    Bei der Verfolgung nachhaltiger Lieferketten tragen Unternehmen eine große Verantwortung dafür, den Menschenhandel und die moderne Sklaverei aus ihren Betrieben zu verbannen.

    Dieses Mandat geht über die bloße rechtliche Compliance hinaus und verankert eine moralische Verpflichtung zum Schutz der Unantastbarkeit und Würde des menschlichen Lebens.

    Durch die Ausrichtung ihrer Strategien an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und das Eintreten für soziale Verantwortung können Unternehmen positive Veränderungen bewirken, bei denen Lieferketten als Kanäle für den Fortschritt hin zu einer besseren Gesellschaft und einer nachhaltigeren Welt dienen.